Kunst im Gehen
katja münker
movement-muenker@web.de

GEHEN                                                                                         

Unter dem Titel GEHEN arbeite ich in einen Langzeit-Arbeitssrahmen für künstlerische Forschung und Praxis zu dem Thema Gehen. Ziel des Projekts ist die Schaffung von unterschiedlichen Geh-Formaten und Events, die es erlauben, den Akt des Gehens neu zu erleben, umzudeuten und damit sich und die Welt als variabel und gestaltungsfähig zu erleben. Dabei möchte ich das Gehen gleichermassen als Performance- und Recherche-Praxis nutzen. Das gesamte Projetk gilt darüber hinaus der (Weiter-)Entwicklung und Differenzierung einer somatischen Performance-Kultur und von künstlerisch-choreografischen Strategien basierend auf somatischen Praxen am Beispiel des Gehens. Denn die Stärkung einer solchen Kultur erscheint mir als Möglichkeit,  die Entwicklung menschlicher Kapazitäten positiv unterstützen:
It carries the potential to stimulate intelligence and creativity, to build (embodied) knowledge and understanding. It helps to create a basis for a peaceful and tolerant cohabitation of people with their differences because it focuses on observing and reflecting instead of categorizing and judging. It opens social spaces and freedom for evolvement, coexistence and trust. It opens spaces for learning in and in between structures, institutions and people and spaces of knowledge where creative reconnections generate complex understanding, possibilities and solutions. (Münker, K. (2010), Journal of Dance and Somatic Practices 2: 2, pp. 161–174)

 

Video: Showings in der Tanzfabrik Berlin am 28.+29.09.2012:

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Video: GEHEN TransAlpin durchwühlt Chur am 29.11.2012:

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Video: GEHEN  bei NAH DRAN extended: Tanzstipendiaten im ada am 5. Oktober 2013:

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ZUSAMMENKOMMEN. ZUSAMMEN  GEHEN.    23.-25.8.13

Symposium     Sophienesaele Berlin     www.sophiensaele.com

Auch wenn nicht alle Menschen gehen, um sich fortzubewegen, ist Gehen eine der Grundgrößen menschlichen Daseins. Der dauerhafte, aufrechte Gang kann sogar als Definitionsmerkmal dienen, will man den Menschen von anderen Spezies unterscheiden. Die Praxis des Gehens rückt immer wieder in den Fokus anthropologischer und kulturwissenschaftlicher Forschungen. Aber auch in den Künsten ist Gehen spätestens seit den 60er Jahren ein wichtiger Gegenstand der Untersuchungen.

Das Symposium lädt KünstlerInnen und WissenschaftlerInnen ein, ihr Wissen über und durch das Gehen zu teilen. Der Kulturwissenschaftler Ralph Fischer referiert über das Gehen in seinen anthropologischen und performance-wissenschaftlichen  Dimensionen, Katja Münker lädt TeilnehmerInnen zu einem ihrer Feldenkrais-Walks ein und Marialena Marouda zeigt drei Studien über das Gehen. Darüber hinaus soll in Diskussionen Gehen als Alltags- und künstlerische Praxis ausgelotet werden. Weitere Referenten sind geplant.

 

GEHEN TransAlpin                                                  

 Performance-Wanderung und Performance-Installations-Zyklus 2012

 Dokumentation: http://gehen-transalpin-blog.kunst-im-gehen.de/

 Video: http://vimeo.com/52024276 + http://vimeo.com/61419165

 Aufführungen: Tanzfabrik Berlin, Stazione di Topoló (IT), Museion Bolzano/Bozen (IT), 

 Salecina/Maloja (CH), Stadt Chur (CH) in Kooperation mit Theater Chur + die hasena,

 Deutscher Alpenverein Berlin

Am 10. September 2012 bin ich von einer 2,5-monatigen Wander-Performance-Tour durch die Alpen zurückgekehrt.

Die aus dieser Alpenwanderung resultierenden Performance-Installationen erzählen jeweils unterschiedliche Aspekte und Schwerpunkte dieser Reise. Sie spielen mit Mit-Teilbarkeit von Intensitäten, Geschichten, Räumen und Zuständen, besonders den beim Gehen in den Bergen erfahrenen spezifischen Rhythmen, Beschleunigungen, Verlangsamungen, Plötzlichkeiten, Füllen und Dehnungen, Engungen und Weitungen. Auch die erlebten und zugetragenen Geschichten fließen in die Performances ein. Mit schlichten Mitteln zwischen Konkretem und Abstraktem bewegt sich mein Körper und verändert sich sukzessive auch der Raum.

Trotz oder gerade wegen aller Beschäftigung mit den Bergen wollen die Folgeperformances in Berlin die Brücke schlagen zwischen Metropole und Peripherie, Berg und Flachland, Alltäglichkeit und ästhetischem Eingriff, drinnen und draußen.

Die Installationen arbeiten mit den vorhandenen Räumen sowie mit teilweise auch mit Stadträumen, welche ich mit meinem Tanz, meinen Geschichten, mit Materialien, Foto- und Videoprojektionen von der Reise, Soundfragmenten von der Reise und einer beschriebenen Postkartensammlung von unterwegs allmählich verändere. Der Tanz ist einerseits eine Resonanz der Langzeitbewegungskomposition der Wanderung und andererseits eine Auseinandersetzung mit der Schnittstelle zwischen Gehen und Tanzen. Das Publikum ist in den unbestuhlten Räumen frei beweglich. Je nach Setting beginnt oder endet die Performance in einer begehbaren Ausstellung.

GEHEN TransAlpin in Berlin ist eine Koproduktion mit der Tanzfabrik Berlin und entstand mit der freundliche Unterstützung der Uferstudios Berlin, von Stazione di Topoló, dem franzmagazin Bozen, dem Museion Bozen, dem Bildungszentrum Salecina/Maloja, dem Theater Chur, von Peter Trachsel und die hasena und der Deutschen Alpenvereinssektion Berlin                                               

 

(fotos klein: ©katja münker, fotos gross:©maria silvano)